Göttinger Großfamilie wehrt sich gegen Anschuldigungen

In einem Göttinger Hochhauskomplex kam es zu einem massenhaften Corona-Ausbruch. Allein hier haben sich mindestens 120 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Dafür macht die Stadt Göttingen mehrere Großfamilien verantwortlich. Allerdings will eine Familie die Beschuldigungen nicht auf sich sitzen lassen und wehrt sich mit einer Gegendarstellung. Jene liegt der Nau News vor.

In den letzten Wochen kam es zu diversen Masseninfektionen. Auch in einem Göttinger Hochhauskomplex sollen sich mindestens 120 Menschen angesteckt haben. Dafür werden mehrere Großfamilien verantwortlich gemacht, wobei sich eine in einer Gegendarstellung nun zu den Vorwürfen äußert. In jener werden der Stadt Göttingen Verfehlungen vorgeworfen. Die Gegendarstellung beginnt mit „Mit großen Befremden“ hat die Familie die „einseitige, unkorrekter und unvollständige Berichterstattung“ zur Kenntnis genommen. Die Familie, welche anonym bleiben will, bezieht sich dabei auf den Vorwurf, dass es nach einer Feier rund um das bekannte Zuckerfest zu zahlreichen Neuinfektionen gekommen sein soll.

So steht im Statement „Eine Feierlichkeit, wie von Ihnen (der Zeitung) propagiert, fand nicht statt“. Stattdessen kam es nur zu einer Zusammenkunft von mehreren Personen in einer Moschee, wo sich jene zum Gebet trafen. Es handelte sich dabei um eine vom Gesundheitsamt genehmigten Veranstaltung. Weiter heißt es in der Gegendarstellung, dass „sich an sämtliche Abstands- und Hygieneregeln gehalten wurde.“ Die Familie dementierte aber auch, dass ein Familienmitglied das Virus als Erstes verbreitet haben soll. So gehöre der „wahrscheinliche Patient Null“ nicht zur Familie, sondern es soll sich eher um einen anderen Bewohner des Wohnkomplexes handeln. So wurden dessen Quarantäneverletzungen mehrfach „dem zuständigen Amt im Vorfeld telefonisch mitgeteilt“. Insofern soll das Nicht-Einhalten der Regeln durch eine andere Person nicht der Familie „angelastet werden“.

An der Aussage ist etwas dran, denn Ende Mai hat die Polizei einen männlichen Bewohner des Iduna-Zentrums abgeführt. Er war bekannt dafür, dass er mehrfach gegen die Quarantänemaßnahmen verstoßen hat. Laut Informationen gehörte der Mann nicht zur beschuldigten Familie. Das Statement geht aber noch weiter, denn die Familie wehrte sich auch dagegen, dass es nicht wahr sei, dass einige Mitglieder nicht zu den angeordneten Corona-Tests kamen. In Wahrheit wurden sie weggeschickt, wie das Statement offenbart, da jene keine Symptome zeigten. Die Stadt Göttingen hat sich bisher nicht zur Gegendarstellung geäußert.